Was ist eine Arztpraxis wert?

Was ist eine Arztpraxis wert?

Was ist eine Arztpraxis wert?

Der Wert einer Arztpraxis steckt nicht nur in Geräten und Einrichtung. Entscheidend ist vor allem, welchen wirtschaftlichen Vorteil die Übernahme gegenüber einer Neugründung bietet. Eine vereinfachte DCF-Bewertung macht diesen Vorteil sichtbar.

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Wird eine Arztpraxis übergeben, stellt sich die Frage nach einem angemessenen Kaufpreis. Eine Ordination besteht aus greifbaren Werten wie medizinischen Geräten, Mobiliar oder EDV. Daneben können zB in Form eines eingeführten Standortes, eingespielter Mitarbeiter:innen und eines bestehender Patient:innenstock immaterielle Wert bestehen. Diese immateriellen Werte ermöglichen oft einen schnelleren und wirtschaftlich besseren Start als eine Neugründung.

Eine praxistaugliche Lösung ist eine vereinfachte DCF-Bewertung, wobei DCF für „Discounted Cash Flow“ steht. Dabei werden die künftig erwarteten finanziellen Vorteile auf den heutigen Tag zurückgerechnet. Aus Sicht der übernehmenden Person lautet die zentrale Frage: Welche zusätzlichen Überschüsse entstehen durch die Übernahme gegenüber dem Aufbau einer neuen Ordination?

Dafür werden zunächst die erwarteten Umsätze und Kosten geplant. Nicht übertragbare, höchstpersönliche Einnahmen der bisherigen Praxisinhaber:innen, etwa aus Vortrags- oder Gutachtertätigkeiten, bleiben außer Ansatz. Ebenso ist ein angemessener Unternehmerlohn für die ärztliche Arbeitsleistung abzuziehen. Privat veranlasste Kosten, fremdunübliche Vergütungen an Angehörige und notwendige Investitionen sind zu berücksichtigen.

Wegen der Bindung vieler Patient:innen an die behandelnde Person sollte der Vorteil nur für einen begrenzten Zeitraum angesetzt werden. Je stärker Standort, Team und Organisation den Praxiserfolg prägen, desto länger kann dieser sein. Die erwarteten Überschüsse werden mit einem risikogerechten Zinssatz abgezinst. Dazu kommt der aktuelle Wert der übernommenen Einrichtung. Schulden, Investitionsbedarf oder Verpflichtungen mindern den Wert.

Als einfachere Orientierung werden auch Umsatzmultiplikatoren verwendet. Eine bekannte Praktikerformel setzt bei Einzelpraxen ein Drittel des durchschnittlichen Jahresumsatzes der letzten drei Jahre, ohne Privateinnahmen, zuzüglich Inventar an.

Für Gruppenpraxen werden teilweise höhere Prozentsätze verwendet. Solche Multiples sind leicht anwendbar, berücksichtigen aber weder die tatsächliche Ertragskraft noch künftige Entwicklungen ausreichend. Zudem bestehen je nach Bundesland unterschiedliche Empfehlungen der jeweiligen Ärztekammern.

Fazit

Das Multiple-Verfahren eignet sich als erste Orientierung und zur Plausibilisierung. Für eine nachvollziehbare Kaufpreisfindung ist eine vereinfachte DCF-Bewertung regelmäßig aussagekräftiger. Entscheidend sind realistische Planwerte, der kalkulatorische Unternehmerlohn, die Übertragbarkeit von Umsätzen und Patient:innenbeziehungen, notwendige Investitionen, der Betrachtungszeitraum und der Abzinsungssatz.

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